Emali
Von Nairobi ist Emali in 3 ½ Std. erreichbar. Es liegt südöstlich im Hochland auf 1260 m ü.Meer. Verteilt auf den Bergen und im Tal leben hier an die 15'000 Einwohner.
Wir fahren mit dem Bus von Mombasa. Für uns ist es immer eine Tagesreise von bis zu 8 Std. Busfahrt und gute 2 Std. Fussmarsch.
Die Menschen hier leben in Sippen zusammen, ohne Strom und fliessendem Wasser. Die Bewohner müssen ihren täglichen Wasserbedarf von ca. 80 L pro Familie im bis zu 6 km weit entfernten Muonifluss holen. Er führt aber nur während der Regenzeit genügend Wasser mit sich.
Die Häuser sind nach typischer einheimischer Bauart gebaut. Sie sind meistens mit Makuttidächer (zusammengebundene Palmenblätter) abgedeckt. Die Wände bestehen aus getrockneten Kuhfladen, Lehm und Steine.
In der Sippe bestimmt immer die älteste Person. Somit ist es auch selbstverständlich, dass alle mithelfen und zwar vom jüngsten bis zum ältesten Mitbewohner. Interessant ist auch zu beobachten, dass die Küche und das Haus der ältesten Personen in der Mitte der Sippe stehen und alle anderen Häuser rund herum gebaut werden.
Anbau
Sie bauen hauptsächlich Mais, Zucker, Bohnen, Zwiebeln, Mukunde – eine Art Spinat, Sukuma Wiki – ähnlich wie Lattich und Kartoffeln an. Früchte so wie wir sie kennen gibt es nur wenig. Bananenstauden, grosse Mango- und hohe Papaiabäume ragen in den Himmel. An manchen Orten gibt es auch Dattel- und Feigenbäume. Da in dieser steinigen Gegend kein Grundwasser vorhanden ist, können die Einheimischen nichts anderes anbauen.
Wenn eine Familie finanziell etwas besser steht, können sie sich Hühner, Kühe und Ziegen halten. Die Tiere werden nicht geschlachtet. Das heisst: es gibt selten wenn überhaupt Fleisch zu essen. Manchmal kommt ein zähes Suppenhuhn auf den Tisch. Für die Kleinkinder wird die Ziegenmilch mit dem Mais gemischt, da sie so etwas besser genährt werden.
Schule
Die Nduundune Primar Schule liegt in einer Talsohle und ist mit einem Fussmarsch von 35 Min. bis zu 1 ½ Std. entfernt von den Häusern zu erreichen.
An der Schule arbeiten 16 gut ausgebildete Lehrer/-innen, die Schulkinder im Alter von 5 bis 13 Jahren unterrichten. Es gibt 8 verschiedene Klassen von 45 bis 94 Schülern pro Klassenzimmer. In der ganzen Schule gehen ungefähr 640 Kinder täglich von 8.00 bis 16.00 Uhr ein und aus. Im Kindergarten werden 97 Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren von zwei Kindergärtnerinnen betreut.
Auch an die 100 Kinder mit einer Behinderung sind hier herzlich willkommen.
Wir Rotznasen sind uns gewohnt ein „Znünibrot“ oder eine vollwertige Mahlzeit zu uns zu nehmen…. Nicht hier. Nur wenn Essen vorhanden ist, wird in der Schule für die Schüler und die Lehrer gekocht.
Klima
Man kann das Land in 4 Klimazonen einteilen: Küstenregion, Halbwüste und Wüste, Hochland und der Victoriasee.
Hier im Hochland ist es am angenehmsten. Es gibt zwei Regenzeiten von April bis Mai und im November Dezember. In den Monaten Januar bis März, September und Oktober ist es trockenwarm, Juni bis August trockenkühl.
In Emali haben wir im Februar tagsüber von 15 – 43 Grad, Regen sogar dicken Nebel schon alles erlebt. Auch nachts waren wir bei knappen 15 Grad dankbar für eine warme Decke.
An manchen Tagen gibt es starke Winde und nicht selten kann man Windrosen beobachten.
Seit bald zwei Jahren hat es in dieser Gegend nicht mehr geregnet. Die Bezirksminister haben denn Notstand ausgerufen! Im ganzen Bezirk und noch weiter bis zu den Maasais gibt es keine Tiere mehr. Sie sind wegen der Trockenheit verendet.




