2007 - Zwei neue Primarschulen
In diesem Jahr halten sich die Vorbereitungen in Grenzen. Es gab keine grosse Rechnerei zum vor aus. Uns soll es recht sein. Dafür hält uns die normale Arbeit auf Trab und Mam versetzt uns in Angst und Bange. Die kleinen „Portugiesen“ hinterlassen bei ihr beinahe den Tod. Unerbärmliche Schmerzen, starker Juckreiz, kalter Schweiss und tagelange Stromstösse jagen durch ihren Körper. Zum guten Glück hat sie eine gute Gesundheit und ein sehr starkes Herz.
Am 4.Februar ist es für uns wieder soweit. 8 Koffer mit 149 kg, die Fototasche und ein Rucksack sind unsere treuen Begleiter bis nach Mombasa.Nach einem ruhigen und angenehmen Flug werden wir von Justus und Mam am Airport in Empfang genommen. Zu Hause im Chania Palace steht der gekühlte Champagner auch schon bereit. Nach dem kurzen einfachen Frühstück schliessen wir für 3 Std. die Augen, denn schlafen ist angesagt.
Etwas erholt von der langen Reise beginnen wir mit den restlichen Vorbereitungen für Emali. Mit der Zeit setzt die Dämmerung ein. Wie schon so oft haben wir zuwenig Druck in den Wasserleitungen und da der Tank unter dem Dach steht, kann er sich nicht mehr mit Wasser füllen. Wir üben uns also bereits mit der Kübelidusche“ da der Wassertank leer ist.
Dienstag 6.2.
Für heute steht ein Grosseinkauf im Nakumat auf dem Programm. Unsere persönlichen Lebensmittel müssen gut geplant sein. In Emali bekommen wir zwar alles, aber die Qualität lässt bei vielem zu wünschen übrig.
Am Nachmittag geniessen wir noch eine runde Frisbee am Strand. Seit gestern verspürt Thomas Schmerzen im rechten Backen. Wir hoffen, dass sich alles wieder legt sonst müssen wir zu einem Zahnarzt.
Mittwoch 7.2.
Schlafen wäre schlafen. Die halbe Nacht lag ich wach und machte Jagd auf Dudu`s. der ganze Kopf war voll davon. Thomas ist mit einem dick geschwollenen Backen erwacht. Es gibt nur eins – ab zum Zahnarzt.
Im Gebäude beim Nakumat gibt es eine gut eingerichtete Praxis. Ein junger sympathischer Arzt nimmt sich dem Problem an. Auf dem Röntgenbild ist leider nichts zu erkennen. Die Qualität ist nicht besonders gut. Der junge hübsche Inder schreibt uns ein Rezept. Die starken Schmerzmittel und ein Hammer mässiges Antibiotika müssen wir in der Apotheke kaufen.
Leider bekommen wir keine Medikamente da sie alle beide ausverkauft sind. Wir informieren Justus und hoffen, dass er bis am Abend in Mombasa fündig wird. Bei 35 Grad im Schatten gehen wir ohne Medi`s nach Hause. Wir müssen noch den Rest für Emali packen. Thomas ist am leiden. In Mutters Garten tummeln sich tagsüber manchmal einige Eidechsen herum und bunte Schmetterlinge flattern von Blume zu Blume. Nachts drehen die Fledermäuse ihre runden.
Donnerstag 8.2.
Um 5:30 Uhr in der Früh fährt unser kleiner Bus vor dem Haus vor. In Eile bereite ich den Lunch vor und die Jungs verladen das ganze Gepäck im Bus. So gegen halb neun fahren wir von zu Hause weg Richtung Emali. Zwischendurch noch voll tanken und den Bus noch mehr füllen. David hat noch eine Matratze, einen Tisch und ein grosser Sack. Alles wird aufs Dach gebunden. Endlich können wir nun unsere lange Fahrt unter die Räder nehmen. Dieses Jahr begleiten uns sechs Personen nach Emali.
Kurz nach Mombasa passieren wir eine riesige Baustelle. Dieser Streckenabschnitt ist der letzte Teil wo die Strasse in einem katastrophalen Zustand ist. In einer Länge von gut 65 km herrscht Chaos pur. Keine Signalisation, geschweige irgendwo eine Ampel. Franco fährt den Bus abseits der normalen Strecke vorbei an gekippten Lastwagen, demolierten Stossdämpfern, ja sogar Achsbrüche sind hier Alltag. Er macht seine Sache wirklich sehr gut. Alle fühlen sich den Umständen entsprechend wohl, nur mir ist es bei dieser Schauckelei mulmig im Magen.
Das Land ist sehr grün und Zeit sich in seiner schönsten Pracht. Überall sind Blumen, bunte Vögel und Schmetterlinge zu sehen. Wir sind bereits seit 5 Std. unterwegs. Es ist leicht bewölkt und im Moment bei 33 Grad noch angenehm zu reisen.
Endlich machen wir in Mtito Andei unseren obligaten Halt. Es ist mittlerweile sehr heiss geworden und die Luft trockener. Auf dem letzten Stück Richtung Emali kaufen wir noch Kohle für Eunice zum Kochen. Alle sind froh, wenn wir unser Ziel bald erreichen. Es ist sehr ermüdend. So gegen vier Uhr Nachmittags kommen wir in Emali Stadt an. Justus geht mit den Jungs noch „chapchap“ zum Markt und kauft fürs Abendessen ein. Mit dem Bus nehmen wir die letzte Etappe von 10 km unter die Räder. Der Weg ist im oberen Teil des Berges vom vielen Regen extrem ausgewaschen und auch zugewachsen. Am Ziel angelangt wird alles abgeladen. Grosse und kleine Helfer eilen zur Stelle und im nu tragen sie die ganze Bagage nach Hause. Um sechs Uhr stehen wir auf dem Schamba von der Familie Kassim. Mam und die Kinder zeigen grosse Freude. Und Eunice erdrückt mich beinahe. Mit ihrer Gestik drückt sie auch grossen Dank aus.
Freitag 9.2.
Nach einer angenehmen Nacht machen wir uns gestärkt auf den Weg zur Kwakakulu Primar Schule. Vor zwei Jahren machten wir hier einen Besuch und mussten feststellen, dass auch hier Hilfe nötig wäre. Da wir mit unserer Arbeit an der Nduundune Schule dieses Mal abschliessen können, wollen wir die Kwakakulu und die Kwakaleli Schule in unser Projekt neu aufnehmen. Mit riesiger Freude werden wir von Bernhard Wambua empfangen. Er war vorher Lehrer an der Nduundune Schule und hat sich bis zum Headteacher hochgearbeitet. Seit März leitet er nun diese Schule. Und zu unserem Erstaunen hat er schon einiges in die Wege geleitet. Die fehlenden Fenster und Türen sind bereits vorhanden.

